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Die Filmpremiere von „
Love is stronger“ fand am 30. Juli 2026 im Tresor Berlin statt. Die Veranstaltung war gut besucht, ja es waren mehr Leute eingeladen als Sitzplätze zur Verfügung standen, so dass eine ganze Reihe Gäste die Vorführung stehend betrachten mussten. Ab Freitag, 31. Juli, ist er in der ARD Mediathek zu sehen.
Die Beobachtung von Filmemacherin Britta Mischer begleitet die Macher (Hauptprotagonisten) der Technoparaden Dr. Motte und Ellen Dosch-Roeingh über mehrere Jahre, vergisst jedoch wesentliche Punkte in der Entwicklung von der Loveparade zu Rave the Planet zu erwähnen. Dies betrifft vor allem die Rolle der Fuckparade in diesem Kontext, denn ohne des Engagements der Fuckparade für die Freiheit der Demonstrationsmittel wäre die Parade Rave the Planet heute nicht in dieser Form durchführbar.
Im Jahr 2001 wurden sowohl die Loveparade als auch die Fuckparade nicht mehr als politische Demonstrationen anerkannt. Das Bundesverfassungsgericht bestätigte dies in einem Eilverfahren am 12. Juli 2001. Das hatte zur Folge, dass die Veranstalter für die Reinigung und die Sicherheit der Teilnehmer selbst aufkommen mussten. Dies fiel den Organisatoren schwer, da sie zum einen auf großflächige Werbung auf den Fahrzeugen verzichten mussten und zum anderen immer mehr Sponsoren von einer Teilnahme absahen.
Die Loveparade war somit keine politische Demonstration mehr, sondern eine Art Volksfest auf öffentlichem Grund, was der (tödlichen) Kommerzialisierung Vorschub leistete. Die Fuckparade prozessierte Jahrelang für die Freiheit der Demonstrationsmittel und gewann endgültig im Jahr 2007 wieder den Status einer politischen Demonstration. Siehe hierzu:
Freie Meinungsbildung ade? Wenn staatliche Behörden das Recht brechen – Der Berliner Paradenstreit
Die Fuckparade, das Manifest und der Bunker
Ohne des Engagements von Martin Kliehm (Trauma XP) und seiner Rechtsanwältin Inka Bock sähe das Demonstrationsrecht heute wohl anders aus und die Parade Rave the Planet könnte in der heute möglichen Art und Weise nicht stattfinden. Dass dies in der Doku „Love ist stronger“ nicht erwähnt wird, ist ein nicht nachvollziehbares Manko. Deshalb kann man diese Doku von Britta Mischer nur mit dem Attribut mangelhaft klassifizieren.
In der Doku wird mehrfach die Aufnahme der „Technokultur in Berlin“ in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO erwähnt, jedoch nicht der Name des Ideengebers. Dies liegt sicher nicht an den Organisatoren der Parade Rave the Planet, denn auf deren Website wird ihm ausführlich dafür gedankt. Siehe hierzu:
Technokultur in Berlin ist jetzt UNESCO Kulturerbe; Rave-The-Planet-Initiative erfolgreich, offizielle Pressemitteilung vom 14.03.2024
Im Vergleich zum Weglassen der Prozessgeschichte betreffend Demonstrationskultur ist das Weglassen des Initiators zu „Technokultur in Berlin“ als UNESO Kulturerbe jedoch nur ein kleiner Fauxpas. Erwähnung verdient hätte auch die von der Fuckparade am 1. August 2003 zusammen mit Loveparade-Gründer Dr. Motte organisierte Protestkundgebung vor der französischen Botschaft in Berlin. Nachdem die Polizei in der Nähe des französischen Dorfes Le Faouët in der Bretagne am 18. Juli 2003 ein Teknival gewaltsam auflöste und dabei 28 Tanzende zum Teil schwer verletzte, wurde diese gemeinsame Protestkundgebung organisiert.
Nicht erwähnt wurde auch die Tatsache, dass Dr. Motte als Gründer der Loveparade beispielsweise am 29. Juli 2006 um 14 Uhr am Bunker in der Reinhardtstraße auf der Auftaktkundgebung der Fuckparade, also auf der Gegendemo der Loveparade, eine Rede hielt und dabei fetten Applaus erhielt und keine Buhrufe zu hören waren. Siehe hierzu:
Details zur Fuckparade 2006

TECHNO AUF BERLINS STRASSEN - DIE DEMONSTRATIONEN 2026
Die 27.
FUCKPARADE findet am 15. August 2026 in Berlin statt. Die Kundgebung beginnt um 14:00 Uhr, der Startschuss zum Umzug fällt um 15:00 Uhr am ehemaligen Bunker in der Reinhardtstraße / Albrechtstraße in Berlin-Mitte.
Am 15. August 2026 zieht die
RAVE THE PLANET Parade zum 5. Mal durch Berlin – eine Demonstration für Frieden, Vielfalt und Menschlichkeit, getragen von der Kraft elektronischer Musik.

Quelle: Pyromania Arts Redaktionsnetzwerk
Link:
https://www.ravetheplanet.com/technokultur-in-berlin-ist-jetzt-unesco-kulturerbe/
Fotos: Untergrundverwaltung.de