PROGRAMMIERUNG UND META-PROGRAMMIERUNG DES MENSCHLICHEN BIO-COMPUTERS

 

Ein Nachruf

auf die Abenteurer und Helden

der amerikanischen Bewusstseins-Bewegung

 

Dr. Timothy Leary

Dr. Terence McKenna

& Dr. John Lilly

 

von

Boris Hießerer

 

  

Vortrag im Rahmen des

9. Symposiums des ECBS

 

12. - 14. April 2002 in Frankenthal

 

 

Dosis, Set und Setting

außergewöhnlicher Bewusstseinszustände

 

 

„ALLE MENSCHLICHEN WESEN, ALLE PERSONEN, DIE IN DER HEUTIGEN WELT DAS ERWACHSEN SEIN ERLANGT HABEN, SIND PROGRAMMIERTE BIO-COMPUTER. KEINER VON UNS KANN UNSERER NATUR ALS PROGRAMMIERBARE WESENHEIT ENTKOMMEN. BUCHSTÄBLICH JEDER VON UNS IST VIELLEICHT NUR SEINE PROGRAMMIERUNG - NICHT MEHR UND NICHT WENIGER.“

DR. JOHN S. LILLY, SIMULATIONEN GOTTES - EINE WISSENSCHAFT DES GLAUBENS

 

Im Rahmen des Psychedelic Summit, einer Konferenz zum 50. Jahrestag der Entdeckung von LSD, April 1993 wurde uns eine Videobotschaft seines Entdeckers Dr. Albert Hofmann vorgespielt auf der er sagte: "Ich werde als der Vater des LSD bezeichnet und es stellt sich die Frage: Wer ist die Mutter? Die Mutter ist ein Pilz, der Ergot genannt wird und als 'Mutterkorn' bekannt ist und dieses Mutterkorn war es, das einige meiner ersten pharmazeutischen Kinder gebar. Das erste war das Metagin, mit geburtsunterstützender Wirkung.  Das zweite war das LSD. Während nun das Metagin dabei hilft, leibliche Kinder zu gebären, erwies sich das LSD als sehr erfolgreich bei der Geburt des spirituellen Kindes, das in jedem von uns schlummert. Während Metagin auf die materielle Ebene einwirkt, wirkt LSD auf die geistige Welt - und zufällig existiert diese Konstellation sicherlich nicht - es ist viel eher das Konstrukt einer übergeordneten höheren Autorität!"

 

Selbstentwicklung bzw. Bewusstwerdung gilt als evolutionärer Auftrag und Ansatz! Dieser Nachruf auf drei aussergewöhnliche, Wissen-schaffende und promethische Kollegen unserer Forschungs-gemeinde möchte Ihnen das verdeutlichen. Zugleich bildet es meine Respektzollung an die leuchtensten und anregensten Köpfe, die jene neuen Modelle der Selbstnavigation bzw. des Selbstmanagements hinterliessen - welche wir als Psychologen, Therapeuten und Erforscher des menschlichen Bewusstseins weiter ausbauen können und sollten. Je eher wir uns unserer Funktion bewusst werden, 'Geburtshelfern' einer ganzheitlicheren Wirklichkeit zu sein, je früher werden wir noch kollektiv erleben, dass die menschliche Gemeinschaft sich ihrer ursprünglichen Entsprechung nach im Ecolibrium einbürgert und zu einem liebevolleren Dasein der KoEvolution heranreift. 

 

Eines erscheint mir bereits voraussagbar. Die Physik der Zukunft wird sich erweitern und das menschliche Bewusstsein, in welchem Realität ja erst entsteht, mit einbeziehen. So wie wir von der klassischen Mechanik zur relativistischen und Quantenmechanik übergegangen sind, versuchen wir heute eine Mechanik zu formulieren, die den menschlichen Geist als einen wesentlichen Bestandteil des ganzen physikalischen Systems darzustellen vermag. 

Bis dahin mögen die Menschen wohl sehr genau zu wissen scheinen was ein Nervensystem ist, aber nicht so genau, was sie damit anfangen können ... und noch stets unbeantwortet scheint die Frage:

"Was hat uns das Angebot der Schlange und die Frucht vom Baum der Erkenntniss gebracht?"

 

Die verlorene Einheit wiederzugewinnen, ins Paradies zurückzukehren, dem gilt das Sehnen, die Sucht, die Suche der Verstossenen; der Fremden in einer fremden Welt. Wenn der durch die Vertreibung aus dem Paradies dem Menschen angedrohte Tod im spirituellen Sinn gedeutet wird, dann stirbt nur der Adam, der sich als bewusstloser Mensch kaum von den Tieren unterscheidet.

Sein Tod ist zugleich unmittelbar die Geburt des neuen Menschen, jenes höheren Affen der das Vermögen besitzt, sich seiner Selbst bewusst zu sein.

 

So wie das weibliche Prinzip (im Buche Genesis Eva, die  Mutter alles Lebendigen) und das der Schlange (auch sie steht für die Weisheit der Mütter, deren Gift zugleich Tod sowie Heilung bedeutet) Adam zur Entscheidung animiert, selbst von der Frucht vom Baum der Erkenntnis zu essen, mit dem Resultat, dass der Ur-Mensch sich aus dem ouroborischen, sprich einheitlichen Bewusstsein mit der Erdmutter entnabeln und seinen evolutionären Lernprozess antreten konnte.

 

 

Lassen sie mich beginnen, mit dem am 31.5.1996 verstorbenen Dr. Timothy Leary

/ Ex Psychologie Professor, Buchautor; Staatsfeind

 

Ich traf den Verführer der Jugend 1991, als er bereits seit 40 Jahre als Psychologe aktiv war.

Lassen sie mich Dr. Leary zitieren: "Im Jahr 1960 wurde ich an die Harvard-Universität eingeladen und ich erhielt dort eine 'Lizenz'. Man bat mich also nach Harvard zu kommen, um dort neue Wege der Verhaltensänderung zu entwickeln. Haha! Keiner von uns konnte damals wissen, das diese Einladung eine Möglichkeit für mich und viele von uns werden würde, wahrhaftige psychologische Veränderung in unser Leben zu bringen."

 

Im Sommer des Selben Jahres, in einer Mexikanischen Hütte, nimmt Dr. Leary teil an einer Velada (einer Pilz-Zeremonie der ansässigen mexikanischen Ureinwohner) und lernt dort Zitat: "...binnen 5 Stunden mehr, denn als geschulter Psychologe in 15 Jahren."

Die schamanische Technik dieser vorchristlichen Religion als ein Schatzkästchen erkennend, bringt er seine Entdeckungen mit nach Harvard, um sie der Forschergemeinschaft zu präsentieren. Hier erst beginnt die politische Schlacht, weil selbst 'führende' Wissenschaftler zu diesem Zeitpunkt ahnungslos waren... zumindest in Bezug auf die weltweiten Pilzkulte - heute bekannt als eine der ältesten (ritualgebundenen) Traditionen, welche die Menschheit hervorgebracht hat- und ebenso auf die Reise ins eigene Selbst. Daraufhin erst ruft Dr. Leary die Jugend dazu auf, mit der Unterstützung von LSD aus der staatlich verordneten Wirklichkeit auszubrechen, woraufhin er vom damaligen Präsidenten der USA Richard Nixon als der gefährlichste Mann Amerikas betitelt und unehrenhaft aus seinem Amt in Harvard entlassen wird.

 

Das polarisierte Schwarz-Weiss-Denken sowie eine Art von Magie werden erstmals für eine ganze Generation öffentlich sichtbar. Wegen einer Handvoll Marihuana wird Leary verhaftet und zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. In Gefangenschaft schreibt er das Buch Exo-Psychologie und entwirft sein Modell der 8-Schaltkreise *1) Leary flieht ins Exil in die Schweiz und kehrt über viele Umwege schließlich zurück in die USA. Er publiziert zahlreiche Bücher, unter anderem die in Kollaboration mit Ralf Metzner und Richard Alpert erstellte Psychedelic Experience. Ein Buch, das sich, dem Tibetanischen Totenbuch entlehnt, explizit dem Thema Set und Setting widmet. Timothy Leary selbst hatte Erfahrung mit den vier nach-irdischen Schaltkreisen, die in der Neuro-atomaren Fusion des Bewusstseins gipfeln. Er erfasste eine Technologie, die seinem Nervensystem die Möglichkeit bot, auf die Daten eines gigantischen Bio-Computers zuzugreifen. Was Timothy Leary als atomares Quantenbewusstsein erfuhr, wird psychologisch heute mit Begriffen wie Ich-Entgrenzung, a-personale, transpersonales oder ozeanisches Bewusstsein umschrieben. Dittrich benannte 1985 die furchteinflössenden Aspekte jener Auflösung des 'Normalbewusstseins' und der Konsensrealität mit dem Terminus angstvolle Ich-Auflösung - wobei durch bewusste Navigation, eine geschulte Aufmerksamkeit für Set und Setting, ggf. eine schamanistisch-therapeutische Begleitung ... solche Feedbackschlaufen, in denen sich das Bewusstsein zu verfangen neigt, aufgelöst und integriert werden können.

 

Dass die psychedelische Erfahrung beide Aspekte in sich birgt, brachte schon Humphrey Osmond zum Ausdruck, als er schrieb: "Willst du den Himmel sehen oder die Hölle gar - nimm nur eine Portion Psychedelika." Empirische Untersuchungen von Adolf Dittrich, der an die Forschungen von Stanislav Grof, Aldous Huxley und Arnold Ludwig anknüpfte, verdeutlichten aber auch, dass derartige Erlebnisse potentiell zum (durch bestimmte psychoaktive Substanzen, aber auch durch Meditationstechniken oder Trance-Rituale hervorgerufenen) Erfahrungsvermögen eines jeden Menschen gehören. Darum zähle ich, wie andere Kollegen das Recht auf diese Erfahrungen zum Geburtsrecht des Menschen.

 

Durch diese Selbstumwandlung gelang es ihm, den „Aufbau des Universums aus Bewusstseinspartikeln“ bildlich und logisch zu erfassen. Dem folgte die Erkenntnis, dass in jedem einzelnen Atom, die Information der Gesamtheit enthalten ist; ein Modell das in Fritjof Kapras gleichnamigen Buch aus dem Jahr 1982 als "Das Holographische Weltbild" beschrieben wird. Dr. Leary hatte seinen Small-Frame Computer zum Large-Frame Instrument erweitert bzw. up-dated!

 

Von promethischem Geist dieser Gnosis entflammt, forderte und förderte Leary sein Leben lang die Ermächtigung des Individuums durch das Auflösen des Egos mit Hilfe von Psychedelika, der Frucht vom Baum der Erkenntnis: "Denkt für auch selbst und stellt die Autoritäten in Frage", war eines seiner Credos, die er bis ins hohe Alter vertrat. Und es lag auf der Hand, dass Dr. Leary den eloquenten Poeten und Mitstreiter Terence McKenna zu seinem Nachfolger benannte - als Kopf der psychedelischen Bewegung. Für Ihn war McKenna eine lebende Legende, die in den letzten 15 -20 Jahren in Erscheinung getreten war "als das poetischste Sprachrohr und die radikalste philosophische Stimme, die uns unterstützt, unsere psychedelische Erfahrung mit den urzeitlichen Traditionen des Schamanismus zu verknüpfen." 

 

Und so wenden wir uns Terence McKenna zu. Mein langjähriger Mentor und Freund verstarb am 3.4.2000, im Beisein seiner engsten Freunde, auf Hawaii

Seine Berufung war Autor, Gärtner, Gaianischer Prophet und schamanischer Wissenschaftler

 

Im Rahmen einer Veranstaltung in den frühen Jahren der Cyberkultur und einer musikalischen Koperation, bei denen McKenna kollaborierte, begann ich ab 1991, zeitweilig enger mit Terence zusammen zu arbeiten. Er hatte viel Zeit seiner Jugend damit verbracht, James Joyce auswendig zu lernen, Carl Gustav Jungs Psychologie und Alchemie zu studieren und damit, sich vorzustellen, wie die Erde auf der er seine Kindheit verlebte, wohl vor 50.000 Jahren ausgesehen haben mag.

Nachdem er 1965 nach San Franzisco zog - gerade als dort die Flower-Power Bewegung aufboomte - nahm er zum ersten mal Marihuana und LSD. Nach langen Reise durch Asien, Europa und Südamerika, schloss er den selbstgeschneiderten Titel in Ökologie und Schamanismus an der Berkeley Universität ab. Dann, 1971 trat er, im Regenwald des Amazonas, in Kontakt mit etwas das den Rest seines Lebens beeinflussen sollte - den magischen Pilzen und den Dimetyl-Triptaminen, kurz DMT genannten Stoffen, die er als megatonnenschwere Halluzinogene betitelte. McKenna, fortan von den visuellen Halluzinationen fasziniert, erkannte, dass der sogenannte halluzinatorische Raum in sich keine Grenzen hat und nicht fest ist, sondern von sich selbst verwandelnden Space-Elfen (um seine Metapher zu gebrauchen) bewohnt ist und wie er mir beipflichtete aus Elementarwesen besteht. Mit Terence erkannte ich in tryptaminhaltigen Pilzen wie DMT eine für das menschliche Bewusstsein bereitgestellte ISDN-Leitung zur lebendigen Mutter Erde. Terences These bestand darin, dass der triptaminhaltige, magische Pcylocibin-Pilz das fehlende Glied in der evolutionären Entwicklung, insbesondere der Sprache, sei.*2)

 

Gemeinsam mit Dr. Peter Meier schrieb McKenna (mit Zuhilfenahme des mayanischen Tzolkin Kalenders und des I-Ching) das TimeWaveZero-Programm: eine fraktale Berechnung der horizontalen und vertikalen Qualitäten von Zeit *3). Seit gut 10 Jahren war Terence mit seiner Frau Kathleen Harrison auch Hüter der Botanical Dimensions, eines Garten-Projekts auf Hawai - das sich auch weiterhin der Erforschung ethnomedizinischer, heiliger Pflanzen widmet und eine Genbank unterhält. 

 

Terence erfasste die über Paracelsus "Die Dosis macht das Gift“ hinausgehenden alchemistischen Gleichnisse und auch er erfuhr die Unio Mystika - die heilige Hochzeit oder symbiotische Vereinigung mit der planetaren Intelligenz - und setzte so eine schamanisch-alchemistisch-mystische Tradition fort. Von dieser intelligenten Kraft bewegt, wurde er zum Sprachrohr der Weltenseele - zu einem Propheten Gaias.

 

Von Kollegen bekämpft und beneidet, war Terence nicht nur für mein Wirken innerhalb des mycelartig wachsenden Netzwerks der neo-schamanischen Gemeinschaft, das Licht der Sonne und das Wasser des Lebens zugleich. Er war ein wahrer Lehrer, der durch seine unzähligen Vorträge und Publikationen, Techniken zur Kommunikation mit dem Wesen der (verdrängten weiblichen Seite der) Natur offenbarte. Bis in seinen letzten Tagen (in denen ich Ihn zuletzt in Mexico traf) wirkte er mir gegenüber als ein herzlicher Mensch mit ausgeprägtem Logos - ein wahrer Rationalist im Licht gnostischer Erkenntnis. So stimme ich doch eher Timothy Leary zu. Für Ihn war Terence McKenna "die wichtigste Brücke für unsere Spezies, zur botanischen Welt und Weisheit der Pflanzen, die über abertausend Jahre hinweg weitergereicht wurde."

 

Ein letztes Zitat von McKenna: „Nicht wir sind es, die intelligent sind - wir sind die Gehirnzellen eines intelligenten Wesens: der Erde! Wenn wir das wertschätzen, wird alles erblühen, wenn wir es nicht schaffen, das Wert zu schätzen, wird nichts erblühen.“

 

 

 

 

Diesen zwei Wissenschaftlern, die wir nun zu unseren Ahnen zählen und entsprechend mit Ihnen verbunden bleiben können, folgte am 30.09.2001 Dr. John C. Lilly in den 'Tod'

Lilly galt als wandelndes Kompendium, Psychologe, Gehirnforscher, Autor, Agent der Ecco-Zentrale

 

Nach einer Ausstellung des Computersoftware-Programmierers Britton Chance im Jahre 1949 implementiert der Psychologe Dr. John Lilly das 'Hardware- Software Modell' auf das menschliche Gehirn und den Geist. Mit seinem gleichnamigen Buch wird 1966-1967 die „Programmierung und Meta-Programmierung des Menschlichen Bio-Computers“ ein Begriff. „Alle menschlichen Wesen, alle Personen, die in der heutigen Welt das Erwachsen sein erlangt haben, sind programmierte Biocomputer. Keiner von uns kann unserer Natur als programmierbare Wesenheit entkommen. Buchstäblich jeder von uns ist vielleicht nur seine Programmierung - nicht mehr und nicht weniger.“

 

Und weiter: „Das Gehirn ist ein Bio-Computer und seine gesamten Überzeugungen können geändert und umprogrammiert werden.“ Als sein Credo kann der Satz gelten: „In der Provinz des Geistes gibt es keine Grenzen.“

 

Auch Dr. John C. Lilly widmete sich der Philosophischen Suche nach der 'Natur der Realität'. Wegen seiner Experimente und Selbstversuche mit LSD und Ketamin, die er (wie Dr. Leary) tätigte um dem Schatten der akademischen Akzeptanz zu entfliehen, wurde erneut ein unvergleichlicher Wissenschaftler, Visionär und Entdecker von der wissenschaftlichen ‚Gemeinschaft’ diskreditiert und ausgeschlossen.

Daraufhin entwickelte Lilly eine salzwassergefüllte, körperwarme und, schallisolierte Box, den zu meditativen und therapeutischen Zwecken dienlichen Floating- oder Samahdi-Tank, kombinierte sie mit Psychdelika und entdeckte so, dass zwischen der Erforschung des äußeren Universums und der Reise im eigenen Bewusstsein kein Unterschied besteht.

 

Mit dem von Ihm entwickelten Softwareprogramm JANUS begann eine Versuchsreihe, welche die Interspezies-Kommunikation zwischen Mensch und Delphin anstrebte. Seine Arbeit half weltweit das Interesse an Meeressäugern zu wecken, deren Verhalten seine Frau Barbara und er studierten, und neue Generationen von Delphinforschern ebenso zu inspirieren, wie Hollywood zu zwei Filmen: Day of the Dolphin und der Film Altered States (der zu deutsch den absurden Titel Der Höllentrip trägt) 

 

John C. Lilly lieferte wegweisende Beiträge zur Psychologie, zur Computertheorie, zur Medizin, Ethik, Delphinologie und Interspezies-Kommunikation bis hin zu Meta-Wissenschaften. Ebenso wie zahlreiche andere deutsche und amerikanische Wissenschaftler und Bewusstseinsforscher, berichtete Dr. Lilly von interstellarem Kontakt. Er wurde kontaktiert von ECCO, der Earth Coincidence Control Office oder Erd Zufalls Kontroll Zentrale, einer außerhalb des menschlichen Bewusstseins existenten - dem Modell der morphogenetischen Felder Rupert Sheldrakes gleichenden - Intelligenz: verantwortlich für Synchronizitäten*     und Ereignisse, die in der Umgangssprache, aufgrund des momentan etablierten Paradigmas, allgemein als „Zufall“ betitelt werden.

 

Und so weisen die hier erbrachten Ein- und Rückblicke in das Leben und Wirken von Dr.Terence McKenna, Dr. Timothy Leary und John C. Lilly nicht ohne Grund etliche Parallelen auf. Auch diese drei Abenteurer und Helden der amerikanischen Bewusstseins-Bewegung befassten sich mit der Psychologie des Heidentums. Sie tätigten unzählige Entdeckungen in Ihrem Gebiet, die sie in ihrer eigenen psychedelischen Technologie bestätigten. Sie begaben sich jenseits der Grenzen des Wissens - in die gnostischen Erkenntnisebenen. Und weil sie wahre Pioniere der Bewusstseinsforschung waren, hinterließen sie uns äußerst relevante Daten. Daten und Modelle zur Selbst-Programmierung hin zu einem ganzheitlichen Realitätskonzept, als auch in Bezug auf die so dringlich benötigte (Meta-)Kommunikation mit dem Meta-Organismus Erde. Auf ihrer Suche nach dem Geist in der Maschine, dem geistigen Prinzip in der Materie, sind auch sie in der Tradition der Mystiker und Templer, der Heiler sowie der Tradition vorzeitlicher Visionäre und Weisen des 19. und 20. Jahrhunderts (wie Sri Aurobindo, Yogananda und Gurdieff) anzusiedeln.

 

In unserer Rolle als Bewusstseinforscher liegt es auf der Hand, dass unsere Aufgabe darin besteht, die aus dieser Tradition und Forschung hervorgehende, bereits skizzierte primäre Matrix zu verfeinern und das Ziel der Forschung neu zu stecken und auszuweiten ...  "im Wissen darum, dass das 'Geheimarchiv, die lebendige holografische Bibliothek einfach die Erde selbst ist - mit allem, was auf ihr kreucht, fleucht und wandelt! Die uns umgebende Welt kann als eine Ansammlung von Datenträgern gesehen werden, voll mit Daten und Informationen. Hinzu kommt, dass jeder einzelne Mensch ein solcher Datenträger ist.

 

Was wir als Forscher lernen können ist, die Daten und Kodes zu bearbeiten und mit entsprechender Ausrichtung den lebendigen Bio-Computer in Gang zu setzten, mit dessen Hilfe all die scheinbar zusammenhanglosen Daten und auftauchenden synchronen Ereignisse zu sprechen beginnen. Die Idee aller Künste, Religionen - auch innerhalb der arabischen Mysterienlehren und der esoterischen Schulung - aber auch der Wissenschaften besteht im Wesentlichen darin, den Umgang mit diesem lebendigen Computer zu erlernen, um so die seit Jahrmillionen in der Welt gespeicherten Daten zu erfassen und auszuarbeiten. Zum Lesen dieser eincodierten, tieferen Wirklichkeit (mythologisch Akasha-Chronik), bilden alle heute bekannten Systeme, die Hermetik, die östlichen Yoga-Wege, Tantra, Schamanismus, das Neue Heidentum, die Psychede-lische Bewegung, wie die abendländischen wissenschaftlich-hermeneutischen Konzepte, jedes für sich, ein solches funktionelles, in sich geschlossenes Computersystem.’ `*7)

 

Zum Abschluss möchte ich als Realitäts-Designer und Medien-Schamane den Wunsch zum Ausdruck bringen, dass wir, als Mitwirkende im ECBS, die bewusstseinserweiternden entheogenen, psychedelischen Substanzen wie LSD, Psylocibin, Ketamin, Tryptamine, Meskalin, Atropin, Harmin, Ayahuasca Analoge, DMT etc. als funktionelle, potent-heilsame Schlüssel einer vorzeitlichen Trance-Technologie betrachten! Wenn wir die Warte einnehmen, sie als externalisierte Botenstoffe der Natur zu betrachten, die von der Erde selbst für das Gehirn höherer Affen designed wurden, können wir mit Geleit dieser Kraftlehrerpflanzen und geübter Navigatoren in Daseinsbereiche vordringen, die über Jahrtausende hinweg nur einzelnen eingeweihten Mystikern oder schamanisch-hypotrope Techniken anwendenden Freigeistern, zugänglich waren.

 

Hierbei eröffnet sich der Austausch mit devahaften Kräften, Energien bzw. Intelligenzen, die uns wieder gewahr warden lassen, dass (Zitat Dr. Albert Hofmann) „… uns die Psychedelische Erfahrung zu den tiefsten Tiefen und höchsten Höhen geleiten kann, zu den Grenzen dessen was die Menschheit fähig ist zu erfahren.“  Trance und psychedelisches Reisen ermöglichen den Zugang zu den morphogenetischen Feldern Gaias, zum kollektiven Unterbewussten, zur direkten Arbeit am “Opus Magnum” - dem grossen Werk an der Weltenseele selbst. Diese Initiation macht uns zu Geburtshelfern, zu Unterstützern der Selbsttransformation des Erdeplaneten - in dessen nahtlosen Lebensteppich eingewoben, die sich ineinander verflechtenden Fasern „Mensch“ und „Technologie“ eine Sonderrolle einnehmen.

 

Im sich anbahnenden Ecolibrium wird der sich Begriff Technologie um das erweitern müssen, was der Anthropologe und Religionswissenschaftler Mircae Eliade „Schamanismus – die archaischen Techniken der Ekstase“ nannte!

 

Und all dies ist die Wissenschaft der Zukunft - kein Nebenschauplatz! Wenn wir heute vom Zeitalter der Information sprechen und diese Information innerhalb der Wissenschaft immer mehr in den Mittelpunkt gerückt wird, dann müssen wir auch wieder die subjektive Seite mit einbringen. Nur indem wir das Bewusstsein mit einbeziehen, werden wir befähigt, die für uns anstehenden Aufgaben, Rätsel und Mysterien auch zu lösen.“

 

Das der Selbsterfahrung, der Selbstnavigation sowie dem Selbstmanagement zugrundeliegende Prinzip/Resultat ist Selbst-Ermächtigung. Es wird uns kaum etwas näher an das heranbringen, was wir Glück nennen, ausser eigenverantwortliche Kontrolle über unsere Gedanken, Emotionen und Handlungen. Kontrolle nicht im Sinne von Unterdrückung und Abgrenzung, sondern ausgerichtet auf die zielgelenkte und gesteuerte Selbst-Transformation – die okkulte Reise über die kulturellen Grenzen des Selbst hinaus, hinein in die Ekstase. Die Rückkehr in die Einheit der Natur des Kosmos oder Gottheit wäre einem Zustand gleichzusetzen, in dem die Realitäten aller Gegensätze, die das menschliche Leben beherrschen, als Illusionen und Notwendigkeit enttarnt und überwunden werden.

 

Denn wie sagte einst schon der Dichter Novalis: „Wo gehen wir denn hin ? Immer nach Hause!“

 

 

Ich danke Ihnen allen für Ihre Aufmerksamkeit!

 

 

 

"Sich wiegend in den Wipfeln von Gold, im sanften Wind,

sagt mir meine Seele erlöst, dass ich alles bin."

 

 

 

 

Quelle: Vortrag von Boris Hießerer, 9. ECBS-Symposium Frankental, 12. -14. April 2002

 

*1) Dr. Leary unterschied vier ‘Irdische Schaltkreise’: 1. Bio-Überlebens-Schaltkreis, 2. Emotional-Territorialer Schaltkreis, 3. Semantischer Schalt-kreis, 4. Sozio-sexueller Schaltkreis. Und vier ‘Außerirdische Schaltkreise’: 5. Neurosomatischer Schaltkreis (Ekstase), 6. Metaprogrammierender Schalt-kreis (Reprogrammierung), 7. Neurogenetischer Schaltkreis (Evolutions-bewusstsein), 8. Neuroatomarer Schaltkreis (Quantenbewusstsein).

*2) Wählen sie selbst, ob Terence McKennas These annehmbarer ist, als die des noch etablierten Paradigmas, demzufolge unser Gehirn bzw. Bewusstsein aufgrund von Ballistik und Zielfähigkeit unserer jagenden Vorfahren diesen enormen Wachstums-und Evolutionssprung tätigte, der uns aus Eden herauswachsen und vorübergehend die Einheit zur Umwelt einbüssen ließ.

*3) Time Wave Zero, die Struktur der Zeit als fraktale Welle erschien 1992 bei Gaia-Media in der Schweiz

*4) Dr. Stanislaw Grof, der als Begründer der Transpersonalen Psychologie gilt,

untermauert diese Erfahrungen, wenn er sagt: „Es gibt aber auch eine Möglichkeit, wo sich alle Grenzen auflösen, und dann sind wir eins mit dem schöpferischen Prinzip selbst. Und in der letzten Analyse ist das ganze Weltall wirklich nur ein Wesen. Also, wir haben keine fixierte Identität, es gibt keine absolute Grenzen in diesem einheitlichen, kosmischen Feld. Die Grenzen sind immer relativ. Man kann sie überwinden, man kann sie transzendieren! Also für uns zeigen diese Beobachtungen, das wir nicht wirklich eine fixierte Identität haben. Natürlich, im Alltag erfahren wir uns als Körper, nicht wahr? Aber in geänderten Bewusstseinszuständen können wir allerlei Transpersonal-Erfahrungen haben, bis zur Identifizierung mit dem Feld der grossen schöpferischen Kraft, also Atman - Brahman oder Allah oder mit dem kosmischen Christus, dem Dao oder  was für Namen wir auch benutzen möchten.“

*5) Synchronizität war für den Psychologen C.G. Jung ein akausales, verbindendes Prinzip und eben dieses Prinzip erscheint mir anwendbar als Modell für die Interaktion zwischen Geist und Maschine. Denn auch wenn ich hiermit magisches Terrain betrete, bzw eine Form magischen Bewusstseins zum Ausdruck bringe. Meiner Erfahrung besitzt mein bzw. besitzt das menschliche Bewusstsein generell, auf eine noch nicht näher erklärbare Art und Weise, die Fähigkeit bei der Erzeugung binärer Ereignisse einen Synchronisationsprozess zuwege zu leiten. Schliesslich besteht das Leben aus solchen Ja-Nein Entscheidungen und unser Wünschen kann offensichtlich eine Abweichung von der Statistik produzieren, und mehr Jas oder Neins zutage fördern. Diese Psy-Fähigkeit des Quantenbewusstseins hat einen magnetischen Effekt, welcher der inneren Ausrichtung entspricht (und aufgrund dieser Wahrnehmung ohne erfolgreiche Integration sitzen weltweit abertausend, als psychotisch eingestufte Menschen als Patienten in psychiatrischen Anstalten).  

*6) Eschnaton, Paracelsus, H. von Bingen, Guiordano Bruno, Sri Aurobindo, Yogananda, Gurdieff etc.

*7) Boris Eden Hiesserer im Rave New World 2002, Ghost in the machine, S.7

 

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